Warum habe ich Angst, Mutter zu werden, obwohl ich mir ein Baby wünsche?
Diese Frage stellen sich viele Frauen. Oft leise.
Und sie bedeutet nicht, dass du „nicht bereit“ bist.
Sie bedeutet eher: Du nimmst die Tiefe ernst.
Wenn du dir ein Baby wünschst und gleichzeitig Angst spürst, passiert meistens etwas ganz Menschliches:
Dein Herz sagt Ja und dein Nervensystem fragt: „Schaffe ich das wirklich?“
Was diese Angst wirklich bedeutet
Vielleicht erkennst du dich hier wieder, auch wenn du dich nie „hochsensibel“ genannt hast:
Du denkst viel nach...auch über Dinge, die andere „einfach machen“.
Du hinterfragst Verantwortung, Bindung, Veränderung...bevor du sie eingehst.
Du spürst Stimmungen schnell. Geräusche, Konflikte, Druck von außen...all das geht dir näher.
Du hast das Gefühl, du bist irgendwie… anders. Nicht schlechter. Nur feiner.
Dann ist diese Angst nicht dein Feind. Sie ist ein Hinweis.
Nicht darauf, dass du es lassen solltest. Sondern darauf, dass du Sicherheit brauchst.
Denn Mutterschaft ist nicht nur eine Entscheidung.
Sie ist eine neue innere Welt: weniger Kontrolle, mehr Unvorhersehbarkeit, mehr Nähe, mehr Verantwortung.
Und wenn du ein Mensch bist, der tief fühlt, dann registriert dein System das früher als dein Kopf.
Wichtig ist:
Angst vor Mutterschaft ist nicht automatisch ein „Stoppsignal“.
Oft ist sie ein Schutzmechanismus, der dich vorbereiten will.
Der entscheidende Schritt ist nicht, die Angst wegzumachen.
Sondern sie zu übersetzen...
Wovor genau habe ich Angst? (Überforderung? Verlust von Freiheit? Schmerzen? Fehler machen?)
Was bräuchte ich, um mich sicherer zu fühlen' (Unterstützung, Rückzug, Wissen, klare Grenzen, Entlastung?)
Welche Art Mutter will ich sein, jenseits von Erwartungen?
Und jetzt kommt der Satz, den viele Frauen erst viel später lernen:
Du musst nicht „härter“ werden, um Mutter zu werden.
Du darfst früher auf dich achten.
Du darfst deine Grenzen ernst nehmen, bevor du zusammenklappst.
Du darfst dir Unterstützung bauen, bevor es „zu viel“ wird.
Wenn du also anders bist – feiner, nachdenklicher, empfänglicher – dann ist das nicht gegen dich.
Es ist eine Fähigkeit.
Aber sie braucht einen Rahmen.
Du darfst diese Frage für heute hierlassen.
Hinweis:
Wenn dich das gerade sehr anspricht, lies gern den ausführlich Artenikel in der Kinderwunsch-Rubrik: „Sollten hochsensible Frauen überhaupt Mutter werden?“
– mit ehrlicher Einordnung, Stärken, Grenzen und leisen Wegen, wie du dich sicherer fühlen kannst.
Autorin: Bettina Müller-Farné , Herausgeberin des Liebenswert-Magazins
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