Sollten hochsensible Frauen überhaupt Mutter werden?
Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, dachte ich:
„So, jetzt erlebe ich die typische Schwangerschaft, wie sie in allen Ratgebern steht.“
Aber schon nach wenigen Wochen merkte ich: Ich bin anders.
Ich nahm Geräusche intensiver wahr, war überreizt von Gesprächen im Wartezimmer, spürte sofort die Stimmung anderer Menschen in meinem Körper.
Während andere Schwangere voller Energie Babyshopping machten, brauchte ich Rückzug, Ruhe, Rituale.
Damals wusste ich noch nicht, dass ich hochsensibel bin. Ich hatte nur eine leichte Ahnung...schließlich hatte man mir schon als Kind gesagt:
"Du bist aber eine Mimose..."
"Was du dich wieder anstellst..."
"Jetzt sei mal nicht so empfindlich..."
Dass ich als Kind schon feinfühliger war, wusste ich.
Aber erst die Suche nach Antworten führte mich mitten in dieses Thema "Hochsensibilität"
– und es war wie ein Befreiungsschlag: „Ah, das erklärt, warum ich alles tiefer und intensiver wahrnehme.“
Und genau deshalb möchte ich heute die Frage aufgreifen, die so viele Frauen mir stellen:
Sollten hochsensible Frauen überhaupt Mutter werden?
Die typische Angst hochsensibler Frauen
Ich habe es selbst erlebt – und höre es immer wieder in Gesprächen mit meinen Klientinnen:
- „Ich fürchte, ich bin zu empfindlich für den Stress mit Baby.“
- „Ich halte doch kaum laute Geräusche aus – wie soll ich das mit einem Kind schaffen?“
- „Werde ich dem überhaupt gerecht?“
Diese Zweifel sind echt und nachvollziehbar.
Hochsensible Frauen haben ein Nervensystem, das viel schneller in die Überlastung geht. Schlafmangel, ständige Bedürfnisse des Babys, Erwartungen von außen – all das kann sich überwältigend anfühlen.
Aber: Hochsensibilität bedeutet nicht Schwäche. Es bedeutet Tiefe. Bewusstsein ist der Schlüssel!
Die besonderen Stärken hochsensibler Mütter
Wenn ich heute, mit drei Kindern, zurückblicke, sehe ich klar:
Meine Hochsensibilität hat mir mehr geholfen als geschadet.
- Empathie: Ich spüre sofort, wenn es meinen Kindern emotional nicht gut geht – auch ohne Worte.
- Intuition: Oft wusste ich instinktiv, was mein Baby brauchte, bevor es weinte.
- Achtsamkeit: Ich habe gelernt, Rituale zu schaffen, die meinen Kindern Sicherheit und mir selbst Ruhe geben.
- Tiefe Verbindung: Meine Sensibilität macht es möglich, kleine Momente ganz bewusst zu erleben – das Lächeln, den Geruch, das erste „Mama“.
Hochsensible Frauen bringen Fähigkeiten mit, die für Kinder unbezahlbar sind.
Mythen rund um Hochsensibilität und Mutterschaft
Viele Frauen glauben:
- „Ich brauche Nerven wie Drahtseile, um Mutter zu sein.“
- „Wenn ich so empfindlich bin, bin ich ungeeignet.“
Die Wahrheit?
Muttersein bedeutet nicht, perfekt durchzuhalten.
Muttersein bedeutet, präsent zu sein – auf deine Weise.
Hochsensible Frauen bringen genau die Qualitäten mit, die Kinder in unserer hektischen Welt dringend brauchen: Feingefühl, Nähe, Präsenz.
Spirituelle Perspektive: Die Seele hat dich gewählt
Ich glaube fest daran: Kinder wählen ihre Eltern nicht zufällig.
Dein Kind wählt dich – mit all deiner Feinfühligkeit.
Vielleicht gerade deshalb, weil es diese besondere Tiefe, diese Empathie und diese Liebe braucht.
Ein Kaiserschnitt, eine Hausgeburt, eine stillschweigende Schwangerschaft – alles gehört zu eurem gemeinsamen Weg.
Deine Hochsensibilität ist kein Hindernis, sondern Teil eures Seelenvertrags.
Praktische Schritte für hochsensible Frauen mit Kinderwunsch
Wenn du spürst, dass du dich fragst „Kann ich das überhaupt?“, dann hier ein paar Impulse, die mir selbst geholfen haben:
- Rituale schaffen: Schon in der Schwangerschaft kleine Momente für dich (Kerze, Duft, Atemübungen).
- Journaling: Schreib dir auf: „Was macht mir Angst? Welche Stärke trage ich in mir?“
- Energetische Selbstfürsorge: Duftanker mit Lavendel oder Neroli, bewusste Pausen, Mini-Meditationen.
- Wissen aneignen: Verstehen, wie dein Nervensystem funktioniert, nimmt Druck raus.
❓ FAQ – Häufige Fragen
1. Sind hochsensible Frauen überfordert mit Mutterschaft?
Sie können überfordert sein – wie alle Frauen.
Aber es gibt Strategien, die helfen: Rückzug, Achtsamkeit, bewusste Selbstfürsorge.
2. Welche Vorteile haben hochsensible Mütter?
Sie sind empathischer, intuitiver und oft tief verbunden mit ihrem Kind.
3. Muss ich mich erst „abhärten“, um Mutter zu werden?
Nein - bitte nicht! Du darfst deine Sensibilität leben – sie ist dein größtes Geschenk.
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💜 Fazit
Sollten hochsensible Frauen überhaupt Mutter werden?
Meine Antwort – nach drei Kindern und unzähligen Gesprächen mit anderen sensiblen Mamas:
Ja. Und zwar unbedingt.
Nicht, weil es immer leicht ist.
Sondern weil Kinder heute mehr denn je Mütter brauchen, die fühlen.
Und genau das ist deine Gabe.
Dieser Artikel wurde verfasst von Bettina Müller-Farné, Gründerin des Liebenswert Magazins.
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