Über das Recht, nicht verfügbar zu sein
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Manche Frauen gestalten mehr, als man sieht.
Sie entwerfen, ordnen, formen, halten zusammen.
Ideen, Familien, Projekte, Räume, Werke.
Oft sind es genau diese Frauen, die nirgends wirklich landen dürfen.
Weil sie funktionieren. Weil sie wirken.
Weil sie tragen.
Gestaltete Stille ist ein redaktioneller Raum für sie.
Nicht zur Selbstvermarktung.
Nicht zur Positionierung.
Nicht zur Optimierung.
Sondern als Gegenbewegung.
Diese Rubrik versammelt Texte für Frauen,
die gestalten, aber keine Bühne brauchen
die Tiefe mögen, aber kein Pathos
die nicht erklären wollen, was sie beruflich tun
die leise denken und klar fühlen.
Hier erscheinen Texte, die nicht laut sein müssen, um zu wirken.
Beobachtungen. Einordnungen.
Innere Bewegungen.
Manchmal roh. Manchmal klar.
Immer ehrlich.
Gestaltete Stille ist kein:
Hier gibt es keine Lebensläufe.
Keine Erfolge.
Keine „Tipps für mehr …“.
Was zählt, ist Haltung. Nicht Ergebnis.

Manche Texte entstehen aus eigener Erfahrung.
Andere aus Gesprächen.
Wieder andere aus einem Moment, der zu leise war, um ihn zu übergehen.
Autorinnen können:
Oder auch gar nicht genannt werden.
Nicht jede Stimme braucht einen Namen.
Aber jede Stimme braucht einen Raum.
Weil Frauen, die gestalten, oft keinen Ort haben, an dem sie nichts leisten müssen.
Weil Sichtbarkeit nicht immer Freiheit bedeutet.
Und weil nicht alles, was wertvoll ist, ein Publikum braucht.
Gestaltete Stille ist kein Versprechen.
Es ist ein Angebot.
Du darfst hier lesen.
Du darfst hier verweilen.
Du darfst hier einfach da sein.
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst,
dann bist du hier richtig.
Nicht als Zielgruppe.
Nicht als Rolle.
Sondern als Mensch.
Diese Texte sind nicht entstanden,
um gelesen zu werden wie Artikel.
Sie folgen keinem Aufbau.
Keiner Dramaturgie.
Keinem Ziel.
Sie stehen nebeneinander,
weil sie aus derselben Bewegung kommen.
Nicht aus dem Wunsch, etwas zu erklären.
Sondern aus dem Bedürfnis, nichts leisten zu müssen.
Gestaltete Stille zeigt sich selten auf einmal.
Sie entsteht schrittweise.
Manchmal beginnt sie dort,
wo man merkt, dass ständig etwas von einem erwartet wird.
Manchmal dort, wo die eigene Wachheit müde geworden ist.
Und manchmal dort, wo man sich erlaubt, nicht mehr verfügbar zu sein.
Diese Texte sind keine Antworten.
Sie sind verschiedene Zugänge zu demselben inneren Raum.
Du musst sie nicht der Reihe nach lesen.
Und du musst keinen davon „verstehen“.
08.01.2026 19:30
08.01.2026 10:30
08.01.2026 10:18