Die ersten 48 Stunden nach der Geburt – was wirklich passiert

...ungefiltert & körperlich real

 

Ich erinnere mich noch gut an diesen Moment.

Das Baby ist da.
Alle lächeln.
Alles ist „geschafft“.

Und ich lag da und dachte:

„Okay … und was passiert jetzt mit mir?“

Denn was in den ersten 48 Stunden nach der Geburt passiert,
hat wenig mit rosa Wolken zu tun –
und sehr viel mit Biologie, Nervensystem und einem Körper im Ausnahmezustand.

Darüber reden wir zu wenig. Also tun wir es jetzt.

Das Wochenbett beginnt nicht sanft

(es fällt über dich her)

 

Die ersten zwei Tage nach der Geburt sind kein Nachklapp.
Sie sind ein radikaler Übergang.

Dein Körper macht in kürzester Zeit:

  • einen hormonellen Absturz
  • eine massive Umstellung des Kreislaufs
  • eine Umverteilung von Blut, Flüssigkeit und Energie
  • einen Wechsel vom Geburts- in den Regenerationsmodus

 

Das fühlt sich nicht magisch an.
Das fühlt sich oft an wie:

„Was zur Hölle passiert hier gerade?“

Blutungen, Zittern, Nachwehen – das ist kein Drama, das ist Physiologie

 

Lass uns das einmal entmystifizieren.

 

Blutungen

 

Ja, sie sind da.
Und sie können sich heftig anfühlen.

Nicht, weil etwas falsch läuft –
sondern weil sich die Gebärmutter zusammenzieht, Gefäße verschließt und zurückarbeitet.

 

Zittern

 

Viele Frauen erschrecken sich:

„Warum zittere ich so?“

Antwort:
Adrenalinabfall + Kreislaufumstellung + Nervensystem-Reset.

Völlig normal.
Unangenehm – ja.
Gefährlich – nein.

Nachwehen

 

Sie sind kein „Extra-Leid“,
sondern ein Schutzmechanismus, damit sich die Gebärmutter richtig zurückbildet.

Vor allem beim Stillen können sie deutlich spürbar sein.

Das Problem ist nicht, dass sie da sind.
Das Problem ist, dass man Frauen darauf kaum vorbereitet.

Emotionale Wellen – wenn der Körper loslässt

 

Jetzt kommt der Teil, den viele erst im Nachhinein verstehen.

 

In den ersten 48 Stunden:

  • sinken Schwangerschaftshormone abrupt
  • steigt Oxytocin schubweise
  • fällt Adrenalin ab

 

Das Nervensystem schaltet vom Tun ins Fühlen.

Und dann kommen sie:

  • Tränen ohne klaren Grund
  • Erschöpfung, die bis in die Knochen geht
  • ein Gefühl von Leere
  • manchmal Euphorie – manchmal nichts

 

Das ist kein „Baby Blues light“.
Das ist ein neurohormoneller Umbau.

Hochsensible Frauen: Wenn alles noch intensiver wird

 

Wenn du hochsensibel bist,
fühlen sich diese 48 Stunden oft an wie:

„Zu laut. Zu hell. Zu viel. Zu nah.“

 

Dein Nervensystem ist offen.
Empfänglich. Ungeschützt.

Jede Stimme, jeder Kommentar, jede Berührung geht tiefer.

 

Und genau hier wird klar: Das Wochenbett ist kein Besuchsraum.
Es ist ein Regenerationsraum.

 

Für Körper. Für Seele. Für dein Nervensystem.

Warum viele Frauen erst hier merken, wie viel die Geburt gekostet hat

 

Während der Geburt funktioniert man.
Danach fällt der Schutz weg.

 

Viele Frauen sagen:

„Erst da habe ich gemerkt, wie anstrengend das alles war.“

 

Das ist kein Zeichen von Schwäche.
Das ist ein Zeichen, dass dein Körper endlich darf.

 

Die ersten 48 Stunden sind keine Zeit für:

Zusammenreißen, Erklären, Starksein...

Sie sind eine Zeit für:

Wärme, Ruhe, Schutz, minimale Reize...

Mini-Wissen

 

Der stärkste Hormonabfall im ganzen Leben findet nach der Geburt statt.
Zittern nach der Geburt ist eine normale Stress-Entladung.
Nachwehen unterstützen aktiv die Rückbildung und Blutstillung.
Hochsensible Nervensysteme brauchen mehr Reizschutz.
Frühe Überforderung kann das Wochenbett nachhaltig prägen.

 

Und jetzt ganz ehrlich, von Frau zu Frau

 

Wenn du diese ersten 48 Stunden als:

  • überwältigend
  • verwirrend
  • körperlich heftig
  • emotional roh

erlebt hast, dann warst du nicht „empfindlich“.

Du warst realistisch.

Geburt endet nicht mit dem letzten Pressen.
Sie wirkt nach.
Im Körper. Im Nervensystem. In der Seele.

Und genau dafür braucht es Räume, die nicht optimieren,
sondern halten.

 

Wenn du dir für dein Wochenbett etwas wünschst,
das nicht erklärt, sondern auffängt,
nicht fordert, sondern entlastet,
nicht überfordert, sondern schützt,

dann ist die Edition BabyMoon genau dafür entstanden.

Eine sanfte, ruhige Begleitung für die Zeit nach der Geburt –
für hochsensible Frauen,
für müde Körper,
für Nervensysteme, die endlich landen dürfen.

 

Zur BabyMoon Edition

 

Nicht, um dein Wochenbett perfekt zu machen.
Sondern um dich darin nicht allein zu lassen.

 

FAQ 

 

Sind starke Blutungen in den ersten Tagen nach der Geburt normal?

 

Ja.
Blutungen gehören in den ersten Tagen nach der Geburt zur normalen Rückbildung der Gebärmutter. Der Körper stößt dabei Gewebe ab und verschließt die ehemaligen Versorgungsgefäße der Plazenta. Die Blutung kann anfangs stärker sein und sich im Verlauf verändern.

Warum zittere ich nach der Geburt, obwohl mir nicht kalt ist?

 

Zittern nach der Geburt ist eine häufige und normale Reaktion des Nervensystems.
Ursachen sind unter anderem der Abfall von Stresshormonen, Kreislaufumstellungen und die körperliche Entladung nach der Geburt. Das Zittern klingt meist von selbst wieder ab.

Was sind Nachwehen und warum tun sie weh?

 

Nachwehen sind Kontraktionen der Gebärmutter, die helfen, sie wieder zu verkleinern und Blutungen zu reduzieren.
Sie können besonders beim Stillen deutlich spürbar sein, da dabei Oxytocin ausgeschüttet wird. Schmerzhaft, aber funktional.

Ist es normal, in den ersten Tagen nach der Geburt viel zu weinen?

 

Ja.
In den ersten 48 Stunden kommt es zu einem starken hormonellen Umbruch. Viele Frauen erleben emotionale Wellen, Tränen oder ein Gefühl von Leere – oft ohne konkreten Auslöser. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Teil der Umstellung.

Warum fühle ich mich nach der Geburt so erschöpft und gleichzeitig überreizt?

 

Der Körper wechselt innerhalb kürzester Zeit vom Geburts- in den Regenerationsmodus.
Besonders bei hochsensiblen Frauen kann diese Phase mit Reizüberflutung, innerer Unruhe oder starker Müdigkeit einhergehen. Ruhe und Reizschutz sind in dieser Zeit besonders wichtig.

 

Wann beginnt eigentlich das Wochenbett?

 

Das Wochenbett beginnt direkt nach der Geburt – nicht erst zu Hause.
Die ersten 48 Stunden gehören bereits voll dazu und sind entscheidend für körperliche Rückbildung, emotionale Stabilisierung und die erste Regulation des Nervensystems.

Muss ich in den ersten Tagen Besuch empfangen?

 

Nein.
Es gibt keine Pflicht, Besuch zu empfangen. Die ersten Tage nach der Geburt dienen der Erholung, nicht der Geselligkeit. Besonders sensible Frauen profitieren davon, Reize zu begrenzen und sich bewusst zu schützen.

 

Wann sollte ich medizinische Hilfe suchen?

 

Wenn du unsicher bist oder Symptome auftreten wie:

  • sehr starke oder plötzlich zunehmende Blutungen
  • Fieber
  • starke Schmerzen
  • Schwindel oder Kreislaufprobleme

solltest du dich an ärztliches oder hebammliches Fachpersonal wenden.

Warum fühlt sich diese Zeit oft so überwältigend an?

 

Weil sie es ist.
Die ersten 48 Stunden nach der Geburt sind eine der intensivsten Umbruchphasen im weiblichen Körper. Körperliche, hormonelle und emotionale Prozesse laufen gleichzeitig – ohne Filter, ohne Pause.

Was hilft in dieser Phase wirklich?

 

Nicht Perfektion.
Sondern:

  • Wärme
  • Ruhe
  • Schutz
  • wenige Reize
  • liebevolle Begleitung

Das Wochenbett ist kein Leistungstest –
sondern ein Übergang.

 

Hinweis:
Dieser Artikel dient der Information, Einordnung und emotionalen Entlastung. Er ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder hebammliche Beratung. Jede Schwangerschaft und jede Geburt ist individuell. Bei individuellen Fragen oder Beschwerden wende dich bitte an deine Hebamme, Ärztin oder einen anderen qualifizierten Ansprechpartner.

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Autorin: Bettina Müller-Farné, Gründerin des Liebenswert-Magazins

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